Yoshitomo Nara
Shownotes
Yoshitomo Nara (*1959) gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstler:innen der Welt. Berühmt wurde er vor allem durch seine sogenannten „Angry Girls“ – Kinderfiguren mit großen Augen, grimmigem Blick und einer starken Ausstrahlung.
Was macht seine Figuren besonders? 😍
Sie erinnern an Comics und Cartoons. Sie wirken manchmal niedlich, manchmal frech oder rebellisch. Hinter ihrem Aussehen stecken echte Gefühle wie Wut, Unsicherheit, Mut und Selbstvertrauen. Sie zeigen, dass Kinder eine eigene Meinung haben und diese auch ausdrücken dürfen.
💡 Darüber sprechen wir in dieser Folge:
Warum sehen Naras Figuren oft wütend aus? Was bedeutet „Punk-Attitüde“? Warum ist es wichtig, Gefühle zu zeigen? Was können wir von den starken Persönlichkeiten in Naras Kunst lernen?
🏛️ Diese Folge entstand im Rahmen eines Besuchs der Ausstellung Yoshitomo Nara in der ALBERTINA MODERN.
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00:00:00: Also ein Mädchen, das zeigt den Mittelfinger her.
00:00:06: Wahrscheinlich geht er immer wieder durchs Museum und schaut sich die schönsten Bilder an und genießt das Leben.
00:00:10: Ich finde vor allem diese Zeichnungen mit den grantigen kleinen Kindern find ich faszinierend Und sprechen mir irgendwie auch aus der Seele.
00:00:20: Das kann nicht auch so einen Mädchen zu zeichnen Mit einem etwas verärgerten Gesichtsausdruck wie es sagt Fuck you!
00:00:25: Ich kann leider gar nichts zeichnern.
00:00:27: Eine Tochter kann jetzt schon besser zeichnen als ich, glaube ich.
00:00:31: Da ist irgendwas was wir in Eier auslachen!
00:00:48: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:50: Mein Name ist Matthias Beer und wenn ihr das hier hört dann seid ihr entweder gerade in die Ausstellung gestolpert oder ihr interessiert euch einfach so für die Kunst von Joschi Tomo und Nara.
00:01:01: Die sind irgendwie lustig gemalt.
00:01:05: Manche sind traurig, manche sind normal, manches sind wütend.
00:01:09: Manche haben einen Messer in der Hand, manchen ein Rollbrett...
00:01:14: Genau!
00:01:14: Hier hängen überall Bilder und beinah auf jedem ist ein Kind zu sehen.
00:01:18: Großer Kopf viele Haare riesige Augen und statt der Nase nur zwei Löcher.
00:01:24: Die Zeichnungen sind recht einfach gehalten wenig Striche klare Linien viel Farbe Ein bisschen wie Figuren aus einem Bilderbuch oder einem Comic.
00:01:33: Das Kind, vielleicht ein Mädchen, vielleicht aber auch nicht schaut sie ziemlich zornig rein.
00:01:39: Oder ist es traurig?
00:01:40: Vielleicht irgendwas dazwischen?
00:01:42: Ist nichts so genau zu sagen!
00:01:44: Oft sind ihm dem Kind Wörter aufs Papier geschrieben No no no oder Crap oder Devil Calling.
00:01:51: Also nein nein nein Scheiße und der Teufel ruft.
00:01:56: Noch dazu hat das Kind auf vielen Bildern einen Messer in der Hand oder formet mit den Fingern eine Pistole.
00:02:02: Messer, Teufel, Scheiße.
00:02:05: Wo sind wir denn hier nur gelandet?
00:02:11: Ein Mädchen das zeigt den Mittelfinger her ein Schimpfwort.
00:02:17: ist das weil jemand zu denen gemein war und der wollte zu denen sagen dass er gemeinbar.
00:02:36: Gelandet sind wir in der Albertina genauer gesagt in der albertiner modern wo die Ausstellung von Yoshitomo Nara zu sehen ist.
00:02:44: Das ist der Herr, der die Bilder hier gemalt und gezeichnet hat.
00:02:48: Und wer ist jetzt die Albertina?
00:02:50: Ganz einfach!
00:02:51: So heißt das Museum.
00:02:52: Gegründet hat er's vor vielen hundert Jahren ein Prinz namens Albert Casimir.
00:02:57: Der wollte einen Ort schaffen wo er die schönsten und besten Bilder seiner Zeit aufbewahren sammeln und herzeigen konnte.
00:03:04: Prinz Albert ist natürlich schon längst gestorben aber sein Museum gibt es immer noch... ...und noch immer werden hier die schönste und besten Bilder ausgestellt Bilder von alten Meistern, die schon lang unter der Erde liegen.
00:03:16: Aber auch Bilder von Künstlerinnen und Künstlern, die noch leben wie Yoshitomo Nara eben.
00:03:25: Aber Moment!
00:03:26: Sehen die Bilder von Herrn Nara nicht ein bisschen wie Kinderzeichnungen aus?
00:03:31: Ganz einfache Bundstiftstriche und immer dasselbe Kind.
00:03:35: sollten in so einem Museum nicht Zeichnungen hängen, die besonders sind, besonders schwierig herzustellen oder besonders viel können verlangen?
00:03:44: Dazu fragen wir am besten den Direktor der Albertina, Klaus-Albrecht Schröder.
00:03:48: Der muss sich schließlich auskennen!
00:03:50: Aber zuerst einmal was macht ein Museumsdirektor eigentlich den lieben langen Tag?
00:03:55: Die Wahrheit ist dass man als MuseumsDirektor viele verschiedene Verpflichtungen hat.
00:04:00: Man muss den Mitarbeitern sagen was sie tun sollen welche Ausstellungen sie vorbereiten sollen welche Kunst sie zeigen soll und nicht zuletzt dafür sorgen das man dem Besuchern erklären, was sie eigentlich sehen.
00:04:14: Und das halte ich für eine meiner wichtigsten Aufgaben und dass sich daneben mich auch darum kümmern muss, dass dieses Museum gut funktioniert und dass die Sicherheit gewährleistet ist, dass niemand ein Bild stehlen kann ohne dass wir es bemerken.
00:04:26: Das ist selbstverständlich aber es gehört auch dazu etwa, dass ich dafür sorge, dass wir alle unsere hunderten Mitarbeiter bezahlen
00:04:33: können.".
00:04:33: Ein wirklich sehr besonderes Bild, das in der Albertina hängt, ist der Feldhase von Albrecht Dürer.
00:04:40: Herr Direktor Warum ist dieser Hase so
00:04:53: berühmt?
00:05:11: Künstler überhaupt war, der einen Feldhasen gezeichnet hat.
00:05:14: Und wenn das jemals jemand versucht hat, einen Feldhasen zu zeichnen stellt er fest, dass der sofort davon hoppelt und davon läuft.
00:05:21: Der hält ja nicht still und so muss er offensichtlich ein Gedächtnis gehabt haben, dass er den Hasen vielleicht so kurz gesehen hat wie wir brauchen um ein Foto von einem Hasen zu machen und dieses Bild hat er gespeichert.
00:05:35: an das hat er sich erinnert.
00:05:37: Und aus dem Gedächtnis hat er diesen berühmten Hasen gezeichnet, der so wirklich aussieht, dass man meint in sein Feld hineingreifen zu können.
00:05:46: Man meint zu spüren wie zögert und zaudert und ängstlich ist weil wir ihn ansehen.
00:05:52: Weil eben der erste Feldhase ist, der jemals gezeichnt worden ist, ist da auch so berühmt geworden.
00:05:58: Okay okay!
00:05:59: Der Hase sieht ja wirklich sehr hasig aus als würde er gleich von Papier hüpfen.
00:06:05: Aber so einen Hasen derart lebensecht nachzuzeichnen, ist doch sicher viel schwieriger als mit ein paar Strichen einen krantigen Kindskopf hinzuschmieren.
00:06:15: Oder liege ich da falsch?
00:06:16: Viele würden wahrscheinlich sagen das kann nicht auch so ein Mädchen zu zeichnen mit einem etwas verärgerten Gesichtsausdruck wie es sagt fuck you.
00:06:25: aber ich sag dann immer und das hat vorher auch niemand gemacht sowie vor Dürern niemand den Hasen gezeichnet hat kam vor diesem japanischen Künstler Nara niemand auf die Idee ein kleines Mädchen zu zeichnen, das zeigt wie unzufrieden es mit der Welt ist.
00:06:42: Mit seinen Eltern vielleicht oder vielleicht mit den Klassenkameradinnen und Kameraden oder vielleicht einfach mit der Straßenbahn, mit der sie gefahren ist oder mit dem Menschen, die diese Blöd angesprochen haben.
00:06:53: Verstehe!
00:06:54: Es geht also in der Kunst nicht immer darum etwas perfekt zeichnern zu können.
00:06:59: Viel wichtiger ist es eine bestimmte Idee zu haben ein bestimmtes Gefühl aufs Papier zu bringen, vielleicht auch etwas Neues zu schaffen.
00:07:07: Etwas das vorher noch nicht da gewesen ist?
00:07:10: Wenn wir einen Witz hören zum ersten Mal der wirklich lustig ist, lachen wir uns zur Tode und wenn wir ihn zum fünften mal hören ist er immer derselbe Witz aber es ist nicht mehr witzig.
00:07:21: Und so geht es einem mit einem Kunstwerk dass jemand sehr gut malt Aber er hat nachgemalt.
00:07:26: Er hat etwas Nachgemaltes schon existiert.
00:07:29: Das ist genauso langweilig wie ein Witz, den man fünfmal hintereinander hört.
00:07:38: Es war ein Mädchen.
00:07:41: das hat mit dem Zeigefinger so einen Stern gezeigt.
00:07:47: der war gelb
00:07:49: und
00:07:50: ja ich hab's halt gemacht.
00:07:56: Ein Mädchen mit einem Katzenkostüm an blaues Und es hat eine gelbe Masche.
00:08:02: Der Hintergrund ist rot Das Mädchen hat braune Haare und es sieht eher ängstlich aus.
00:08:22: Wie wir gerade gehört haben, muss Kunst nicht immer super perfekt gemalt oder gezeichnet sein damit sie ins Museum kommt.
00:08:29: was mehr zählt ist die Intention also die Idee dahinter.
00:08:34: das kann ein Gefühl wie Traurigkeit oder Wut sein aber genauso gut ein einfacher Gedanke.
00:08:40: Die Kunst dabei ist eben diese Gedanken und Gefühle in Bildern einzufangen wiederzugeben oder bei den Menschen auszulösen, die die Bilder betrachten.
00:08:50: Direktor Schröder hat es so schön beschrieben – einen Witz nacherzählen kann jeder und jede.
00:08:56: Aber wer hat schon mal einen ganz eigenen Witz erfunden?
00:08:59: Einen richtig lustigen?
00:09:00: Eben!
00:09:01: Das ist dann gar nicht mehr so einfach.
00:09:04: Jemand der den Witz von Yoshitomonaras Bildern verstanden hat, ist Elsilana Siehst du Kuratorin der Ausstellung?
00:09:11: KuratorIn?!
00:09:13: Und was ist das jetzt?
00:09:15: Im Lexikon steht, Kuratorin heißt auf Deutsch Pflegerin.
00:09:19: Also jemand der sich um etwas kümmert.
00:09:21: Eine Museumskuratorin kümmt sich somit um die Kunst in der Ausstellung, sucht die Bilder aus und überlegt sich wie sie am besten präsentiert werden.
00:09:30: Richtig so Elsie?
00:09:31: Im Grunde ist man als Kuratorin eine Art Schaltzentrale auch im Haus oder auch nach außen hin.
00:09:38: Man muss schauen, dass das Ausstellungsmanagement – das sind die, die die Verträge machen und die Transporte organisieren -, dass sie die richtigen Listen haben.
00:09:46: Man muß sich mit der Kunstvermittlung auseinandersetzen.
00:09:49: Das sind die Kolleginnen und Kollegen, die dann die Führungen machen für die Schulklassen also auch die brauchen Futter und Informationen.
00:09:55: so sitzt man und versucht halt wirklich alle mit Informationen zu versorgen.
00:10:00: Mit Informationen möchte ich jetzt bitte auch versorgt werden.
00:10:04: Was ist denn jetzt der Witz an diesen Bildern?
00:10:06: Warum ausgerechnet Yoshitomonara?
00:10:09: Was mich an den Werken von Yoshitomanara fasziniert, dass er etwas zum Ausdruck bringt was sich so vorher noch nicht irgendwo gesehen habe und das er dafür einen Zeichnungsstil verwendet, der jetzt eben nicht perfekt ist was auch immer perfekt ist, aber durchaus auch erkennen lässt in dem ganzen Strich also wie es angelegt ist.
00:10:28: Da steckt eine Energie drinnen und das siehst du ja auch an dem was er da darstellt.
00:10:32: Das sind Charaktere diese Kinder so kleine starke Persönlichkeiten die aufbegehren sich wehren die sich gegen der Erwachsenen Welt zu wehr setzen und auch gegen das eigene erwachsen werden.
00:10:44: gewisserweise.
00:10:45: und in dem Fall ist es irgendwie so dass was zum Ausdruck kommt, wo ich auf einer Wellenlänge auch mit dem Künstler bin.
00:10:51: Wo ich sage ja da spricht auch eine Seite in mir an, wo Ich mich selbst daran erinnern kann wie es war ein Kind zu sein und Ich glaube, das ist ganz wichtig für Erwachsene.
00:11:01: Dass sie nicht vergessen, wie es war ein Kind zu sein und wie sich ein Kind gefühlt hat.
00:11:04: Wie es ohnmächtig war oder was unföhrend ungerecht war.
00:11:08: Und das kommt irgendwie sehr gut in diesen Zeichnungen zum Ausdruck mit den Kindern die gerade irgendwas angestellt haben.
00:11:14: Irgendwas aushäcken oder ja eben aufbegehren.
00:11:27: Und hatte eher so einen schadenfrohes Gesicht?
00:11:31: Das hat da halt das Messer in der Hand Man sieht, wie die Schnur in der Decke hängt und die Glühbirne abgeschnitten am Boden.
00:11:42: Das Mädchen hat mit dem Messer die Glühlbirne abgeschnitten, weil es vielleicht irgendjemanden einen Streich spielen wollte.
00:11:51: Es war so ein
00:11:52: Mädchen ... Und das
00:11:55: ist so ein Tisch, also einen Elbogen im Tisch gehabt.
00:11:59: Und ne anderen Hand hat er eine Zigarette gehabt?
00:12:02: Ich glaub, das war auch auf einem Karton gemalt!
00:12:07: Eine
00:12:08: Art U-Boot und UFO?
00:12:11: Irgendwie so, ob sie etwas suchen.
00:12:13: Schauen wir aus.
00:12:15: So wie Detektive.
00:12:18: Irgendwann schauen Sie nicht so glücklich
00:12:20: aus!
00:12:31: Traurig, schadenfroh, nicht zu glücklich... ...und gleichzeitig wütend.
00:12:36: Gerade in den Zeichnungen ist es ja so, dass man ein bisschen das Gefühl hat, man schaut doch den Türspalt ins Kinderzimmer Und da sitzt mal ein Kind, das gerade wütend ist.
00:12:44: Dass sich bei einem Streit vielleicht auch zurückgezogen hat, dass sich auf dem Schlagzeug austobt oder weil ihm gerade was aushäckt.
00:12:52: Oder ja, dass es vielleicht auch nachdenklich ist und traurig ist.
00:12:56: Also all diese Stimmungen sind irgendwie vorhanden in den Zeichnungen Leben eines Kindes irgendwie dazu, die ganze Bandbreite in Emotionen und eine Traurigkeit über ein persönliches Erlebnis vielleicht auch über die Welt an sich.
00:13:13: Und all das hat eine Berechtigung und kommt zum Ausdruck.
00:13:17: Okay!
00:13:17: Die Kinderfiguren von Yoshitomonara fühlen sich also oft ungerecht behandelt und deshalb können sie beleidigt sein wütend oder traurig wie so ein echter Mensch eben.
00:13:29: Das Spannende dabei ist dass die Figuren nicht nur trotzig sind, weil es gerade kein Eis gibt oder sie nicht mehr fernsehen dürfen.
00:13:36: Oft geht es dabei um größere Probleme wie zum Beispiel Krieg- oder Klimakrise oder warum die Menschen nicht einfach netter zueinander sind und das finden die Figur auf den Bildern einfach doof richtig blöd.
00:13:50: zusätzlich steht dann eben manchmal auch noch Scheiße drüber.
00:13:53: damit das ein für alle mal klar ist Und um zu verstehen was da sonst noch so quer über die Bilder geschrieben steht müssen wir erst einmal Musik hören.
00:14:09: Es ist glaube ich ein Mädchen, es hat Haare bis zu den Schultern und
00:14:15: mir
00:14:15: gefällt das halt wieder so schön ausschöpfen.
00:14:20: Sterne, eine Rakete, ein Kind, Bergewiese...
00:14:30: Yoshitomo Nara wurde in neunzehnhundert und fünfzig geboren lang bevor es Internet, Computer oder Smartphones gab.
00:14:37: aufgewachsen ist er in Japan wo er heute auch wieder lebt.
00:14:41: Musik spielte für ihn von Anfang an eine sehr große Rolle.
00:14:45: Auch die Lieder, die ihr hier zwischendurch hört hat Herr Nara ausgesucht.
00:14:49: Schon seit er ein Kind ist, hört er Schallplatten und Malz dazu – er war nämlich ein Schlüsselkind!
00:14:55: Das heißt, er hatte schon als Schulkind einen eigenen Schlüssel, weil er nachmittags fast immer allein zu Hause war.
00:15:05: Perfektur Aomori, das ist eine Region wo ganz viele Apfelbäume wachsen.
00:15:09: Und seine Eltern haben damals viel gearbeitet und er hatte zwei ältere Brüder die auch nicht viel zu Hause waren.
00:15:15: Und Yoshitomonara ist nicht in den Hort gegangen oder an die Nachmittagsbetreuung sondern war viel daheim alleine und ist dann aber auch durch die Wälder gestreift hat mit den Tieren geredet und hatte da noch eine Katze mit der sich viel unterhalten hat.
00:15:28: Und er hat eines Tages, er hat wahrscheinlich immer wieder Musik gehört aber eines Tages hat er das Radio aufgedreht und hat dort mit dem Drehknopf einen Sender eingestellt.
00:15:37: Das war der Sender einer amerikanischen Airbase die es damals eben in Japan gab nach dem Zweiten Weltkrieg Und er hat dort plötzlich Musik aus Amerika gehört, aus den USA.
00:15:49: Das war Country-Musik und Rock-Musik.
00:15:50: Er hat kein Wort Englisch verstanden weil die Lieder waren auf Englische aber das hat ihn zutiefst fasziniert.
00:15:55: Er hatte irgendwie gespürt da passiert was ja?
00:15:59: Und ab da hat er dann sein Geld dass er eigentlich für seine Jause hätte verwenden sollen lieber für Schallplatten ausgegeben und hat mit acht Jahren schon seine erste Schallblatte gekauft wie man ihm damals Musik gehört hat Radio oder Schallblade und hat Zeit ja auch eine Riesensammlung an Schallblatt.
00:16:12: Und die Musik war für ihn immer dann wichtig, und er hat schon damals angefangen sich selbst zu überlegen um was könnte es denn in den Liedern gehen?
00:16:20: Also im Grunde sind seine Werke so eine Art Visualisierung das heißt eine Sichtbarmachung von dem was ihm eben beim Hören von Musik durch den Kopf geht.
00:16:29: Und das heißt, es kann einfach sein, dass in bestimmte Gedanken durch den Kopf gegangen sind während er diese Musik gehört hat.
00:16:35: Und manchmal sind das ganz große Gedanken und manchmal sind's ganz einfache Gedanken.
00:16:39: Manchmal ist es dann vielleicht auch nur so eine Aussage wie meine Katze ist süß!
00:16:44: Meine Katze isst süß... Das kann ich bestätigen.
00:16:47: Die Katze auf dem Bild ist wirklich sehr süß Falls ihr gerade in der Ausstellung steht sucht sie doch einmal Sieht schon niedlich aber schaut sich nicht auch ein wenig gefährlich aus So als würde sie was im Schilde führen?
00:17:00: Es geht also wieder um die Gefühle und Gedanken während des Malens.
00:17:04: Und diese werden bei Nara stark beeinflusst von dem, das gerade in seinem Radio läuft.
00:17:09: Könnte es auch sein, dass er eine zornige Ente zeichnet weil er vielleicht alle meine Entchen hört?
00:17:16: Das ist tatsächlich so, dass da eben viele Songtitel auch einbezieht, dass also den Songtitl vorkommen.
00:17:23: Textzeilen die ihr eben gerade aufschnappt.
00:17:25: Manchmal versteht man ja auch in einer anderen Sprache vielleicht grad einmal den Refrain oder versteht ihn auch falsch und das sind Dinge dir dann halt einfließen lässt.
00:17:33: Und dadurch, dass er in Deutschland gelebt hat, sind es manchmal auch deutsche Texte.
00:17:36: zum Beispiel kommt vor von den goldenen Zitronen willst du wirklich immer hippie bleiben?
00:17:40: Oder die vielleicht etwas traurige Zeile für immer tot möchte sein leg mich in das Grab hinein.
00:17:45: Also das kommt vor aber auch ganz andere Textzahlen.
00:17:48: Je mehr man mit der Musik vertraut, das wird man dann vielleicht auch immer mehr bestimmte Textzeilen erkennen und wiedererkennen.
00:18:06: Viele von den Börtern auf den Bildern stammen direkt aus Liedern, erinnern an bestimmte textzeilen oder spielen auf bekannte Songs.
00:18:13: Für den Künstler ist Musik also eine große Inspiration.
00:18:17: Das heißt, Musik bringt ihn zum Malen sie, stackelt ihn irgendwie an.
00:18:23: Es gibt z.B.
00:18:23: Zeichnungen in der Ausstellung Auf dem so hundeartige Figuren zu sehen sind, die Instrumente spielen und drüber steht hey ho let's go.
00:18:33: Das bedeutet ungefähr auf gehts!
00:18:35: Lass uns loslegen.
00:18:37: Und genau das sinkt.
00:18:38: eine ziemlich bekannte Band in einem ihrer Leader Die Ramones und die Hundefiguren auf den Bildern schauen den echten Ramon sogar recht ähnlich.
00:18:58: Aber jetzt ist Herr Nara ja durchaus schon sehr, sehr berühmt.
00:19:02: Er stellt seine Arbeiten auf der ganzen Welt aus, muss zu Eröffnungen fliegen.
00:19:06: Reden von wichtigen Leuten anhören mit Koratoren in den Telefonieren, Autogramme schreiben usw.
00:19:13: Hat er denn überhaupt noch Zeit allein Musik zu hören und zu arbeiten?
00:19:17: Joschit Tomonara arbeitet alleine in seinem Studio.
00:19:19: Das heißt, er geht am Abend in sein Studio, in seinen Atelier Und hat dort keine Mitarbeiter.
00:19:26: Es gibt viele erfolgreiche Künstlerinnen und Künstlern, Joschito Monara ist ein sehr, sehr erfolgreicher Künstlerin die dann eine Unmenge an Assistentinnen und Mitarbeitern haben um sich herum zu schwieren und alles machen.
00:19:39: Das ist bei Joschitou Monara nicht so.
00:19:40: er braucht es auch alleine zu sein.
00:19:42: Ich weiß nicht ganz genau, wie sein Studium ausschaut.
00:19:45: Vielleicht zu ähnlich wie die Installation dieser Raum im letzten Raum der Ausstellung.
00:19:50: Aber ich glaube es ist wesentlich ordentlicher als in dieser Installation.
00:19:53: Ich glaube er hat seine Farben, seine Stifte und seine Papiere schön geordnet damit er dann auch gut arbeiten kann.
00:19:59: Er verwendet Bundstifte, er verwendete Bleistift, da fände ich auch Wasserfarbe.
00:20:04: Im letzten Raum einer Ausstellung steht nämlich eine Art Malhütte.
00:20:08: Die hat Yoshitomonara gebaut, so stellt er sich seinen Drawing Room vor.
00:20:13: Das ist Englisch und ein kleiner Wortwitz weil es einerseits Wohnzimmer bedeuten kann und wortwörtlich übersetzt auch für Zeichenraum steht.
00:20:22: Die Hütte ist also ein behaglicher Ort zum Entspannen und den Zimmer fürs Zeichnen gleichermaßen.
00:20:29: Durch die kleinen Fenster können die Besucher und Besucherinnen hinschauen.
00:20:33: Drinnen sieht das ziemlich unordentlich aus aber auch gemütlich.
00:20:37: Da gibt es Stifte, Wasserfarben, Spielzeuge, Papier, lustige Mitbringsel und viele, viele angefangene Zeichnungen.
00:20:45: Und natürlich spielt's da auch Musik!
00:20:56: Ich habe dann ein Fenster reingeschaut, da hab ich so eine ganz kleine Kokosur gesehen und da ist so ein Mädchen auf einer Schaukel herum geschwommen.
00:21:04: Es gab sehr viele Dinge drinnen die mir gefallen haben.
00:21:08: Es gibt so eine schöne
00:21:09: Lampe,
00:21:11: die gefällt mir auch...
00:21:14: Und dann gibt es so
00:21:15: ein schönes
00:21:16: Spielzeug, das ich selber mag und dass auf einem kleinen Kästchen
00:21:21: Bierflaschen
00:21:22: stehen.
00:21:30: Was
00:21:35: mir beim Betrachten der Bilder noch auffällt ist das Papier.
00:21:38: Da gibt es allerhand Verschiedenes.
00:21:40: Yoshitomonara malt offenbar nicht so gerne auf feines Zeichenpapier.
00:21:45: Stattdessen finden sich seine Zeichnungen auf aufgerissenen Briefkuvers, Kartonresten, Zeitungsbögen oder alten Verpackungen.
00:21:53: Oft sind dabei auch Briefmarken, Stempel oder Aufkleber einfach übermalt und die schimmern dann durch die Zeichnungen.
00:22:00: Bei manchen Bildern hat er wahrscheinlich nur irgendein Blattpapier genommen, das ist da rumgelegt.
00:22:06: Ich war auf der anderen Seite irgendwie draufgedruckt und hatte das nicht mehr gebraucht und habe auf der andere weiße Seite irgendwas drauf gemalt zum Beispiel.
00:22:15: Das war so ein Blatt Papier, wo ich einen Sticker drübergemalt habe.
00:22:19: Ist natürlich super, wenn Papier nicht gleich weggeschmissen sondern sinnvoll wiederverwendet wird zum Beispiel für Kunst.
00:22:26: Aber ist es auch ein bisschen komisch dass Herr Nahrer für seine berühmten Bilder nur so Schmirzettel verwendet?
00:22:33: Hängen in einem ehrwürdigen Museum wie der Albertina normalerweise nicht fein in gold geraumte Gemälde
00:22:39: Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstlern, das heißt die, die leben.
00:22:42: Die denken heute auch stark mit wie sie ihre Werke zeigen wollen.
00:22:46: Das heißt auch wie sie sie raumen wollen, wie sie sich hängen wollen.
00:22:50: Und das gilt es natürlich zu berücksichtigen.
00:22:52: Beim Herr Nahrer ist es so dass der die Werke eben so hängt wie Sie hier zu sehen sind also in dieser etwas wilderen Anordnung.
00:23:01: Und ja, er zeichnet auf alles Mögliche.
00:23:03: Er zeichnt eben nicht auf klassisches weißes Zeichenpapier sondern verwendet eigentlich alles was ihm so unterkommt.
00:23:09: für ihn ist Papier etwas sehr kostbares und da hat er eine Wertschätzung diesen Papier gegenüber.
00:23:15: das heißt es ist auch etwas was sagt er möchte einfach auch alles nutzen auf alles zeichnen und er sammelt verschiedenste Kuveas oder Zettel oder Ausdrucke und die werden dann von ihm verwenden.
00:23:29: Geht es manchmal darum, dass das Papier ein bisschen gelblich ist?
00:23:32: Oder es geht um einen bestimmten Riss oder eine Briefmarke draufklebt.
00:23:36: Auf die bezieht er sich dann zwar nicht aber ja sie sind jedes Papier recht oder im bestimmtes Papier zu einem bestimmten Zeitpunkt recht und für uns als Museum gehört es eben zu seiner Arbeitsweise dazu.
00:23:50: Und natürlich ist das dann etwas was auch im Museum hängen darf und was wir gerne in die Sammlung aufnehmen.
00:24:04: Zusammen bedeutet ja, Dinge oder auch Schmierzettel aufzubewahren zu archivieren um später einmal nachschauen zu können wie sie sich verändert haben.
00:24:14: Oder besser gesagt wie sich die Zeit rundum die Dinge verändert hat.
00:24:19: zum Beispiel Auch wenn die Zeichnungen selbst natürlich seit ihrer Entstehung völlig unverändert geblieben sind lässt sich in der Ausstellung gut sehen Wie sich die Kunst von Joschi Tomonara im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.
00:24:32: Die Bilder sind chronologisch geordnet, das heißt nach den Jahren sortiert in denen sie entstanden sind.
00:24:38: Im ersten Raum etwa hängen nur Werke die der Künstler als ganz junger Kunststudent gemalt hat.
00:24:44: Die Figuren erinnern zwar schon ein bisschen an das Kind mit dem zornig traurigen Blick und ab und zu taucht ein Messer auf aber sonst haben sie noch nicht sehr viel gemeinsam mit den Bildern die Hanara so berühmt gemacht haben.
00:24:57: Seine auffällige Art zu zeichnen sein Stil ist erst durch viel üben Experimentieren und ausprobieren zu dem geworden, wie wir ihn heute
00:25:06: kennen.
00:25:08: Die Augen waren so schimmerhaft.
00:25:13: In der Hälfte von Auge war halt Farbe um einen anderen war nur weiß und die Nase war meistens ein Punkt oder so eine Hundennase.
00:25:25: Und der Mund war so gemalt wie unsere Minder
00:25:31: und rot.
00:25:32: Es gibt öfters lange Haare, aber auch öfter als kurze Haare.
00:25:36: Und dann
00:25:36: war halt so ein bisschen Schulternhaare
00:25:39: und sie hat
00:25:40: halt ein bisschen Stirnfranzen.
00:25:45: Cooler Augen, künktchen Nase, Strichmund- und Stirnfransen?
00:25:49: Dazu ein paar Textzeilen aus meinem Lieblingslied – das wars!
00:25:54: Wenn das so ist, warum hängen denn nicht die Blätter aus meiner Zeichenlade im Museum Frau Kuratorin?
00:26:01: In der Alvetina ist es schon so, dass wir als Museum Ganz bekanntes, berühmtes Museum auch Künstlerinnen und Künstlern zeigen die schon berühmt sind.
00:26:10: Aber es ist doch so dass das immer eine Rolle spielt ob die Kunst an sich gut ist?
00:26:16: Und wenn uns jetzt ein Werk von jemand Unbekannten sofort begeistert dann kann es schon sein als auch sofort ins Museum kommt.
00:26:24: Ha!
00:26:25: Wir merken uns also gute Ideen sind wichtiger als perfekte Striche.
00:26:30: Gedanken festhalten Gefühle aufs Papier bringen Weiterentwickeln, alte Schmierzettel aufbewahren und schon steht einer erfolgreichen Künstlerinnen-Karriere nichts mehr im Wege.
00:26:42: Oder um es wieder mit den musizierenden Hunden zu sagen hey ho lass uns loslegen!
00:26:54: Ich hoffe euch hat dieser kurze Ausflug in die Welt von Yoshitomo Nara gefallen.
00:26:59: Falls ihr das hier Zuhause angehört habt würde ich euch schwer empfehlen möglichst bald in der Ausstellung vorbeizuschauen.
00:27:06: allen, die gerade vor einem der beschriebenen Bilder stehen bleibt nur noch zu sagen schön dass ihr da seid und dreht noch eine runde.
00:27:19: wir haben gefallen
00:27:20: das die bilder so bunt sind und so schön.
00:27:25: also ich mir jetzt gefallen.
00:27:26: es ist alles.
00:27:27: alle bilde nach ja sortiert wurden weil ich mag halt zu
00:27:32: zutieren
00:27:34: und
00:27:34: ich finde das heute
00:27:35: sehr interessant dass man sich erstes sieht
00:27:38: ganz
00:27:39: Alten,
00:27:40: dann kann man immer bis
00:27:41: zu den Neuesten.
00:27:43: Ich finde die Ausstellung von Jörg Scheldtumannara hat sehr lustige Sachen auf den Bildern, traurige und normale Bilder.
00:27:53: also ich werde sie sehr empfehlen.
00:27:56: Danke an Yuki, Lucy, Anton und Hilda für die tolle Kunstkritik.
00:28:00: danke an die Expertinnen für die Expertise Und euch vielen Dank fürs Zuhören!
00:28:06: Bis zum nächsten Mal.
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